Sie merken, dass es schwierig geworden ist.
Gespräche führen zu nichts.
Nähe fehlt.
Konflikte nehmen zu.
Viele Paare kommen genau an diesem Punkt in die Beratung.
Und oft gibt es dabei eine klare – wenn auch unausgesprochene – Erwartung an mich.
Dass ICH, als Therapeutin, dem jeweils anderen sage, was er oder sie falsch macht.
Dass ICH bestätige, dass die Ursache beim Gegenüber liegt.
Dass nur der/die Andere sich verändern muss.
Ich verstehe diesen Wunsch. Wirklich.
Und gleichzeitig ist genau das der Punkt, an dem echte Veränderung meistens blockiert.
Veränderung in Ihrer Beziehung beginnt nicht nur zwischen dem Paar – sondern vor allem in Ihnen selbst.
Denn solange Sie vor allem aus alten Mustern heraus reagieren wird es schwer.
Vielleicht suchen Sie Sicherheit vor allem im Außen.
Vielleicht entsteht Verbindung eher durch Anpassung.
Oder Rückzug, Kontrolle und Erwartungen bestimmen Ihr Miteinander.
In solchen Momenten geht es oft gar nicht nur um Ihre aktuelle Beziehung – sondern um das, was Sie unbewusst mitbringen.
Und genau hier unterstütze ich sie beide:
Es geht nicht darum, dass Sie sich noch mehr anpassen, nur um etwas aufrechtzuerhalten, das beide längst erschöpft.
Solange Sie erwarten, dass der Andere sie beruhigt, versteht oder „richtigg“ handelt, bleiben Sie in einer Form der Abhängigkeit. Und genau da entstehen Konflikte.
Paartherapie ist erst dann wirklich wirksam, wenn Sie beginnen Verantwortung für Ihr eigenes Erleben zu übernehmen, wenn Sie lernen sich selber zu regulieren
Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem Sie sich selber wieder näher kommen.
Einen Raum, in dem Sie erkennen:
Warum reagiere ich so, wie ich reagiere? Welche Muster steuern mich? Und wie kann ich bewusster mit mir selbst umgehen? Denn echte Veränderung beginnt dort,
wo Sie sich selber klarer sehen.
Wo Sie die inneren Schutzstrategien verstehen.
Wo Sie Schritt für Schritt mehr innere Stabilität entwickeln.
Wo Sie sich nicht mehr ausschließlich über das Gegenüber regulieren müssen.
Von dort aus wird echte Begegnung möglich. Nicht aus Reaktion. Nicht aus Angst oder dem Bedürfnis nach Kontrolle.
Sondern aus Präsenz.
Aus Klarheit.
Und aus der Fähigkeit, einander wirklich zu sehen.
Und manchmal gehört auch diese ehrliche Frage dazu:
Möchte ich mit diesem Menschen – so wie er oder sie ist – wirklich in Beziehung sein?
Paartherapie ist dann sinnvoll,
wenn sie beide bereit sind, nicht nur auf die Beziehung zu schauen – sondern auch auf sich selbst. Wenn es nicht darum geht, den anderen zu verändern, sondern sich selber besser zu verstehen.
Dann kann Paartherapie ein kraftvoller Raum sein.
Nicht, um etwas zu retten.
Sondern um herauszufinden, was wirklich trägt.
Ihre Heide Schlüter
